“Du wolle Domain verkaufen?”

Wie alle die mich kennen wissen, war ich bis vor 3 Wochen Selbstständig. Ich hatte natürlich eine Webseite und um diese etwas besser zu promoten, hatte ich einige Domains. Unter anderem auch Domains die aus Suchrelevanten Keywords bestehen und die gerade für die Umgebungssuche bei Google in den letzten Jahren sehr nützlich waren. Eine dieser Domains war noch übrig und so kam es zu folgendem Email-Verkehr. Das ganze wird hier auszugsweise dargestellt.

*** Email 1 ***
Hallo, ich hätte Interesse an der Domain www.xxxxx.de MFG Herr L.

Anmerkung: “An dieser Stelle sei kurz erwähnt das Herr L. offensichtlich Webdesigner ist und somit den Wert einer solchen Domain richtig einschätzen können sollte!”

*** Antwort ***
Machen Sie mir ein Angebot! Rouven K.

*** Email 2 ***
Hallo, ich würde die Domain gern kostenlos übernehmen, schicken Sie mir doch den KK Code. Herr L.

Anmerkung: “Jetzt werde ich wach, denn es ist bereits Freitag am Abend gegen 22Uhr und switche in meinen alten Geschäftsmodus.”

*** Antwort ***
Sehr geehrter Herr L. , die Domain kann käuflich erworben werden. Rouven K.

*** Email 3***
Gut gebrüllt Löwe, was soll se denn kosten, Umsätze sind damit kaum zu erwarten. Herr L.

Anmerkung: “Entweder legt Herr L. nun sein Pokerface auf, veräppelt mich oder sollte besser einen anderen Beruf ausüben.”

*** Antwort ***
Hallo Herr L., für bestimmte SEO Maßnahmen ist die Domain sicher hilfreich,…   ….ich denke ein Preis von XXX€ ist ein fairer Preis.  Rouven K.

Anmerkung: “Die Zugriffszahlen sollten mir recht geben!”

*** Email 4 ***
XXX€ ist mir wirklich viel zu teuer. Ich kann maximal 10€ zahlen. Wie gelangen Sie an das Geld, geben Sie mir Ihre Bankdaten. Herr L. 

Anmerkung: “Hab ich was überlesen oder sind wir auf einem Bazar, ausserdem hatte ich glaube ich noch nicht zugestimmt!”

*** Antwort ***  (Es ist mittlerweile Samstag Mittag!)
Sehr geehrter Herr L., sie scheinen sich meiner Ernsthaftigkeit nicht bewusst zu sein. Ich habe bereits einige Anfragen. Ein Preis unter XXX€ halte ich für unseriös. Rouven K.

*** Email 5 ***
Lieber Herr Kasten, bei der Domain kann es sich wirklich nur um einen Anerkennungspreis handeln, ansonsten ist sie vollkommen wertlos. XXX€ ist diese Domain auf keinen Fall wert und wenn ich Ihnen nun 15€ biete ist das schon etwas über meinem Haushalt. Herr L.

*** Antwort *** (Leicht genervt!)
Ich betreibe seit über 10 Jahren SEO Maßnahmen und glaube den Wert einer Domain realistisch einschätzen zu können. Wir sollten das jetzt lassen. Rouven K.

Anmerkung: “Ich bin davon ausgegangen das jetzt Ruhe ist, aber dem war nicht so”

*** Email 6 ***
Machen SIE mir doch ein vernünftiges Angebot vielleicht können wir uns ja noch einigen. Herr L.

Anmerkung: “Ich dachte ich hätte mich klar ausgedrückt, aber gut.”

*** Antwort ***
Ich biete Ihnen die Domain letztmalig zum Preis von XX€ netto zzgl. 19% Mwst. an. Eine Rechnung kann ich ausstellen. Rouven K.

Anmerkung: “Einen kleinen fairen Rabatt hatte ich nun gewährt und die Aussicht die Domain von der Steuer abzusetzen.”

*** Email 7 *** (Ja es sind schon 7, Emails und ich überlege fast, den Domainpreis noch zu erhöhen!)
OK, 20€ dann ist Schluss. ohne Absender

Anmerkung: “An dieser Stelle wird mir der ganze Kuhandel wirklich zu doof und ich habe auch keine Lust mehr zu Antworten,….”

*** Email 8 ***
OK, Sie haben mich Breitgeschlagen, ich zahle die XXX€, bekomme aber Ihre Domain www.gestalterhuette.de mit dazu. Herr L.

Anmerkung: “HALLO???, lese ich das gerade richtig?”

*** Antwort ***
NEIN – gestalterhuette.de ist und bleibt meine Domain. Sie ist sehr bekannt und hat sicher einen SEO Wert von XXXX€ ausserdem werde ich sie in Kürze als Blog weiterführen. Rouven K.

*** Email 9 *** (Er lässt nicht locker)
Mit dem Kopf durch die Wand wird nicht gehen. Da siegt zum Schluss immer die Wand.

- ENDE -

Da hat Herr L. aber wahrlich mit Zitronen (Kuh-)handeln wollen. Das ganz werde ich unter groben Unfug verbuchen. Mittlerweile hat eine seriöse Webdesign Agentur den “fairen” Preis bezahlt.